Studio Kuhlmann

Es ist ein sehr windiger Tag als ich bei Hannah im Studio ankomme. Ich bin noch völlig vom Wind durchwuselt da macht Hannah mir lächelnd die Tür zu ihrem Ausstellungsraum auf. Es stehen mehrere Ton Vasen auf dem Boden, es sind längliche Drucke gegen die Wand gelehnt, ich sehe einen kleinen Kreis, der auf die Wand gemalt wurde. Wir gehen durch in die Küche, Hannah wohnt hinter dem Ausstellungsraum. Ich liebe ihre Küche, wenn man Hannahs Objekte kennt und dann ihre Küche sieht, denkt man sich, ja klar, hier wohnt Hannah. Die Küchengeräte sind alle aus Edelstahl und teilweise gibt es Küchengeräte, wo man sich fragt, was macht das wohl? Die rosafarbene Bank bricht die Kühle, die ein Haufen Edelstahl ausstrahlen können, so ungezwungen, dass ich mich gleich dort niederlasse.

Auf dem Tisch liegen Fragmente für ihr neues Projekt: das fängt beim Buch über Ornamente an und hört bei der Machete auf. Ich frage sie, was sie mit der Machete vorhat, so casual auf dem Küchentisch, und sie korrigiert mich bedacht, dass es sich um eine japanische Holz Säge handelt. Sie mag ihre Objekte, das merkt man. Sie benutzt die Säge für ihr neues Projekt «Collection of Reflection». In dem Projekt geht es um physische und philosophische Reflektion. Sie hat bei ihrer Residenz in Maastricht eine Bank gebaut, die schaukelt. Gerade baut sie einen neuen Brunnen. Während man auf der Bank langsam schaukelt, der Brunnen im Hintergrund plätschert, ist der Geist im Hintergrund so beschäftigt, dass man nicht zu sehr in seinen Gedanken wandert, sondern leicht zur Ruhe findet und in eine Art Meditation fällt.

 

Wir sprechen lange über Tik Tok, die Unbeschwertheit des Portals und wie wenig Werbung dort geschaltet wird. Instagram wirkt so poliert, während Tik Tok ehrlicher und spontaner passiert. Es werden keine Sets dekoriert oder Ecken aufgeräumt und das erfrischt. Ich habe bis zu unserem Gespräch kein Tik Tok, lade es mir aber nach unserem Gespräch herunter.

Hannah’s Tik Tok Empfehlungen:

@science_is_real

@khaby.lame

@whataboutbunny

Wir stellen uns die Frage, ob unsere "Job-Wahl" ein Mesh-Up unserer Eltern ist: Hannahs Vater war Lehrer für Geschichte und schleppte sie jeden Sonntag ins Museum. Hannahs Mutter renoviert leidenschaftlich Häuser und liebt ihre Baustelle. Vielleicht ist das der Grund, weshalb sie ihre konzeptionellen Objekte für Innenräume nicht nur entwirft, sondern auch selbst fertigt.

Die Zeit vergeht viel zu schnell und so verabschieden wir uns mit dem Plan auf einen nächsten Kaffee zwischen Macheten, eh, Sägen.